Es gibt diese Tage.
Das Baby ist müde, das Telefon klingelt, das Essen steht auf dem Herd – und irgendwann stellt man fest: Diese Windel hätte eigentlich schon vor einer halben Stunde gewechselt werden können.
Und dann gibt es die anderen Tage. An denen man gefühlt alles richtig macht und der Po trotzdem plötzlich rot ist.
Denn ein wunder Po ist nicht automatisch ein Zeichen schlechter Pflege. Im Windelbereich kommen einige Dinge zusammen: Wärme, Feuchtigkeit, Reibung, Urin und Stuhl. Besonders häufiger oder dünner Stuhl kann die empfindliche Haut zusätzlich reizen. Auch neue Lebensmittel, Durchfall oder Medikamente können eine Rolle spielen.
Viele Eltern berichten außerdem, dass gerade in Zahnungsphasen plötzlich „alles anders“ ist – einschließlich des Stuhls und des Baby-Popos.
Und manchmal steckt hinter einer hartnäckigen Rötung gar nicht mehr nur eine gereizte Haut. Auf einer geschädigten Hautbarriere können sich beispielsweise Hefepilze wie Candida leichter ausbreiten.
Aus vielen Elternerfahrungen hat sich eine Routine herausgeschält, die wir hier als zehn Gebote aufgeschrieben haben. Sie trägt durch die schwierigen Wochen.
Für nachts um drei — die Kurzfassung
→ 1.Windel runter.
→ 2.Warmer Waschlappen, kein „nasses“ Feuchttuch.
→ 3.Zwei Minuten Luft.
→ 4.Dünn Salbe drauf. Fertig.
Alles andere kann bis morgen warten. Wirklich.
Die 10 Gebote zur Vermeidung eines wunden Po’s
Schnell sein
→ Die Windel muss möglichst schnell herunter!
Wenn du siehst, dass der Po gereizt oder rot ist, folgende Sofortmaßnahmen einleiten:
Sanfte Reinigung
→ feuchter Waschlappen mit einem Tropfen Kokosöl oder vorsichtig abbrausen
Reinige den Po vorsichtig. Verwende am besten einen handwarmen feuchten Waschlappen und mache einen kleinen Klecks Kokosöl darauf. Das macht einen erheblichen Unterschied und ist so viel angenehmer für die Kleinen.
Wenn ein großer Stinker in der Windel war, ist für die Kleinen das Abbrausen mit lauwarmem Wasser der schonendste Weg.
Feuchttücher
→ bitte nicht die „ganz nassen“ Feuchttücher
Es gibt wirklich furchtbare Feuchttücher. Manche empfindlichen Kinder sträuben sich direkt gegen bestimmte Tücher. In der Regel sind das sehr „feuchte“ Feuchttücher, die den Po nach dem Abwischen nass hinterlassen.
Wenn ihr unterwegs seid und keinen Waschlappen nutzen könnt, verwendet möglichst duftstofffreie Tücher. Es gab wirklich tolle Feuchttücher von Pampers, die ausschließlich mit Wasser und etwas Kokosöl befeuchtet waren. Scheinbar hat Pampers die Produktion eingestellt. Aber vielleicht gibt es etwas Ähnliches auf dem Markt. Die haben hervorragend funktioniert.
Ansonsten sind Feuchttücher mit Wasser und ohne weitere Zusätze erfahrungsgemäß die besten.
Den Po „lüften“
→ Nach der Reinigung ein paar Minuten ohne Windel!
Nach der Reinigung dem Po ein paar Minuten Luft lassen, damit die Haut am Po ein bisschen „atmen“ kann.
Hautbarriere stärken
→ Fettreiche Salbe dünn auftragen – ohne Wasser, ohne Zink
Nach der Reinigung gilt es, die Haut zu schützen und die Hautbarriere zu stärken. Erfahrungsgemäß schützen Salben mit hohem Fettanteil, ganz ohne Wasser oder Zink, hier am besten.
Besonders bewährt hat sich Lanolin, das Hautfett der Schafe. Viele Mütter kennen es bereits vom Stillen – bei wunden Brustwarzen leistet es gute Dienste. Für Babypopos ist es auf dem Markt allerdings selten zu finden.
Eine der wenigen wasser- und zinkfreien Salben mit Lanolin, Propolis, Kräutern und Bienenwachs ist die Windelsalbe von Wunderpo.
Vorausschauender Hautschutz
→ Weniger ist mehr, manchmal aber nicht!
Babyhaut besitzt eine empfindliche Hautbarriere. Gerade im Windelbereich wird diese täglich ziemlich gefordert.
Durch das Auftragen einer sehr dünnen Schicht Windelsalbe schützt du die empfindliche Hautbarriere des Baby-Pos schon, bevor die Säure die Haut angreift (gerade beim Zahnen). Aus diesem Grund empfiehlt sich eine „fettige“ Windelsalbe, die weder Wasser noch Zink enthält.
Kennst du den Auslöser?
→ Nicht jeder rote Po hat dieselbe Ursache
Ein wunder Po kann viele Gründe haben: eine volle Windel, häufiger oder veränderter Stuhl, Durchfall, Reibung oder eine besonders empfindliche Haut. Manchmal fällt eine gereizte Haut auch gerade in Zeiten, in denen sich beim Kind ohnehin viel verändert.
Deshalb gilt: nicht nur cremen – kurz überlegen, was den Po gerade reizen könnte. Wer den Auslöser kennt, kann oft gezielter reagieren.
Beobachte: Wirken die Sofortmaßnahmen?
→ Rot ist nicht gleich rot
Wird die Haut innerhalb kurzer Zeit ruhiger? Bleibt die Rötung gleich? Breitet sie sich aus? Kommen kleine Punkte, nässende Stellen, offene Haut oder auffällige Veränderungen hinzu?
Ein kurzer Blick beim Wickeln reicht völlig. Nimm die Veränderungen wahr und reagiere.
Erkenne, wann Pflege allein nicht mehr reicht
→ Bei Pünktchen oder hartnäckiger Rötung abklären lassen
Wenn sich rund um die eigentliche Rötung kleine rote Pünktchen oder Pusteln – sogenannte Satellitenläsionen – bilden, auch die Hautfalten betroffen sind oder sich die Rötung trotz guter Pflege weiter ausbreitet, kann beispielsweise eine Candida-Infektion dahinterstecken.
Ein wunder Po ist nicht immer einfach nur ein wunder Po.
Auch bakterielle Infektionen oder andere Hauterkrankungen können ähnlich aussehen.
Dann gehört der Po nicht unter die nächste Schicht Creme, sondern in fachkundige Hände: Hebamme, Kinderarzt oder Kinderärztin können beurteilen, was dahintersteckt und ob eine gezielte Behandlung notwendig ist.
Schenke dem Po deines Babys Aufmerksamkeit, aber mach keine Wissenschaft draus
→ Beobachten, aber gelassen bleiben
Windel regelmäßig wechseln.
Sanft reinigen.
Gut trocknen lassen.
Luft dranlassen.
Die Hautbarriere schützen.
Und beobachten.
Mehr braucht ein gesunder Baby-Po im Alltag meistens gar nicht.
Und wenn er trotz allem einmal rot wird?
Dann gilt vor allem eines:
Keine Schuldgefühle. Windel aus. Durchatmen. Und kümmern.
Mythen-Check
Drei Sätze, die auf jedem Spielplatz fallen
Stimmt nicht
„Ein wunder Po heißt, du hast schlecht gepflegt.“
Der Windelbereich ist warm, feucht und in Bewegung. Das passiert auch bei vorbildlicher Pflege — beim Zahnen sowieso.
Stimmt halb
„Schwarztee-Umschläge heilen den wunden Po.“
Der Rat ist weit verbreitet, weil die Gerbstoffe im Tee zusammenziehend wirken. Bei nässenden Stellen kann das kurz gut sein — bei trockener, gereizter Haut trocknet es zusätzlich aus. Aufgekochter Tee ist außerdem schnell nicht mehr keimfrei. Kein Ersatz für Luft, sanfte Reinigung und Schutz.
Stimmt
„Luft ist das beste Mittel.“
Kostenlos, nebenwirkungsfrei, überraschend wirksam. Der Preis sind gelegentlich feuchte Sofakissen.
Merksatz
Trocken halten. Sanft reinigen. Luft dranlassen. Haut schützen. Und bei hartnäckiger Rötung lieber einmal zu viel bei Hebamme oder Kinderärztin nachfragen als einmal zu wenig.